»Eklat um Maradona« lauteten die Schlagzeilen Ende 2000. Bei
einer FIFA-Gala hatte Diego die Auszeichnung zum Fußballer
des Jahrhunderts u. a. Fidel Castro und Che Guevara gewidmet.
Während Che für Maradona der »größte Argentinier aller Zei-
ten« war, stand er mit Fidel Castro in freundschaftlichem Aus-
tausch. Bereits ein Jahr nach der triumphalen WM 1986 kam
es zu einem ersten Treffen auf Kuba. Im Jahr 2000 begab sich
Maradona zu einer Drogentherapie auf die Insel. Galt er schon
zuvor als ›antikolonialer Rebell‹, der dem Süden ein Stück seiner
Würde zurückgab, so verteidigte er fortan konsequent den Weg
einer lateinamerikanischen Unabhängigkeit. Unter der Losung
Diego y Fidel interviewte er Castro 2005 zur besten Sendezeit im
argentinischen Fernsehen, gemeinsam riefen sie zu einer Groß-
demonstration gegen US-Präsident Bush auf. 2016 verabschie-
dete sich Diego mit einem »Ciao, para siempre, comandante«
von Fidel, 2020 einte sie auch noch der Todestag. Das Datum
gibt Anlass zu einer doppelten Würdigung.

Glenn Jäger blickt auf den Fußballer und Rebellen Maradona.
Im Mittelpunkt steht Diegos Verhältnis zu Kuba und Fidel Castro.

André Scheer, der den »Chavista Maradona« 2013 in Ve-
nezuela erlebte, ordnet die Haltung Kubas im Rahmen einer
bolivarischen Alternative ein.